Seit Jahrtausenden bauen wir Menschen Hütten, Häuser und Unterkünfte

in unterschiedlichen Formen und Größen. Und was ist das Kernstück der Innenarchitektur? – Die Wand! Sie ist ein nicht wegzudenkendes Element, um Räume entstehen zu lassen. Sie ist immer um uns herum, oft noch klassisch in weiß gehalten mit variablen Höhe und Breiten, sodass schmale, breite, kleine und große Gegenstände vor ihr Platz finden. Die Wand dient als Abgrenzung, Stütze oder Schutz, sie ist Haltevorrichtung und Dekorationsplattform, aber auch Projektionsfläche für Filme, Licht und Bühnenshows.

Ebenso kann sie aus verschiedenen Materialien bestehen, so ist sie gemauert, aus Holz, aus Kunststoff oder Glas. Mal ist sie verputzt und gestrichen, gefliest oder tapeziert und auch im Rohzustand immer öfter zu sehen. Es sind der Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Doch warum widmen wir ihr hier eine solche Aufmerksamkeit?

Stellen Sie sich vor,

Sie betreten zum ersten Mal ein neues Bürogebäude, oder ein Hotelzimmer, oder einen Meetingraum. Was tun Sie? Gehen Sie in Gedanken die Szene durch. Wohin fallen Ihre Blicke zuerst? Auf den Boden, an die Decke, unter den Tisch? In Zeiten von Smartphone & Co könnte man meinen, dass der Blick tatsächlich zum Boden gerichtet ist. Doch vermutlich erfassen Sie den Raum im ersten Moment auf Augenhöhe. Soll heißen, Sie nehmen in einem Bruchteil von Sekunden die Größe, die Einrichtung, das Flair und den Gesamteindruck wahr und entscheiden im Unterbewusstsein, ob Sie sich wohl fühlen oder eben nicht.

Auf Augenhöhe?

Was bedeutet das? Rein anatomisch gesehen sind es Dinge, die sich in einer Höhe zwischen 1,60m und 1,80m vor uns präsentieren. Egal ob Flachbildschirm, Spiegel oder Kunstgemälde – es fällt sofort ins Auge und meldet unter Umständen eine erste emotionale Reaktion an unser Gehirn.

Zugegeben, die Dinge, die eine Wand dekorieren sind nicht die dominante Komponente, an der wir den Gesamteindruck des Raumes grundlegend festmachen. Dennoch sind sie Elemente, die den Gesamteindruck vollkommen machen. Damit meint es jedoch nicht, dass wir von überdimensionalen Skulpturen oder schrillen Bildern in den Bann gezogen werden, nein, es ist häufig etwas eher Unspektakuläres. Im Hotel zum Beispiel ist es die an der Wand hängende zur Vase umfunktionierte Flasche oder das kleine indirekte Licht, versteckt hinter einer alten Vinylschallplatte.  In Meetingräumen dagegen strahlen uns die Unternehmensvisionen aus einem hübsch polierten Bilderrahmen an oder wir sehen uns einer blütenweiß getünchten  Wand ohne Farbtupfer gegenüber.

Es gibt Millionen und Abermillionen von Wänden, die somit als Arbeitsplattform für Inneneinrichter, Künstler, Dekorateure und Architekten dienen. Sie ist Grundlage und Hilfsmittel zugleich, denn als eigenständiges Designobjekt gesehen, lässt sie sich gestalten und vielseitig bearbeiten. Als Hilfsmittel unterstützt die Wand beim Befestigen oder sie nimmt ihre Hintergrundrolle standfest wahr.

Ziehen wir ein Fazit: Ohne Wände keine Räume! Deshalb ist und bleibt die Wand ein tragendes Element unseres Lebens.

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